Forschung und Entwicklung
Seit 2020 ist Smart Castle als forschendes Unternehmen im Rahmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung anerkannt und trägt das entsprechende Forschungssiegel. Im Mittelpunkt steht dabei ein klar definierter Forschungsauftrag: Die Schaffung von bezahlbarem, nachhaltigem und flexibel veränderbarem Wohnraum in Holzbauweise, der durch regionale Handwerksbetriebe geplant und umgesetzt werden kann.
ENTWICKLUNG
Smart Castle entsteht nicht durch das bloße Kombinieren bestehender Standardlösungen. Unser Entwicklungsansatz beginnt dort, wo Bauen tatsächlich stattfindet.
Im Mittelpunkt stehen die realen Vorgänge im Bauteil und im Gebäude:
Tragverhalten, Feuchte, Wärme, Schallschutz, Brandschutz und Montageprozesse. Physikalische Zusammenhänge, Materialverhalten, praktische Erfahrung sowie fundierte Mess- und Nachweisverfahren bilden dabei die Grundlage unserer Arbeit.
Erst auf Basis dieser Erkenntnisse entwickeln wir prüffähige und regelwerkskonforme Lösungen mit technischer Substanz und langfristiger Praxistauglichkeit.
Smart Castle entwickelt nicht gegen bestehende Regeln, sondern vorausdenkend mit dem Anspruch, den Holzbau einfacher, sicherer, präziser messbar und zukunftsfähig zu gestalten.
BAUWEISE
Auf dieser Grundlage entwickelt Smart Castle eine Bauweise, die Handwerk, industrielle Fertigung und digitale Prozesse in einem durchgängigen System vereint. Ziel ist es, eine Lösung zu schaffen, die technisch belastbar, wirtschaftlich und skalierbar ist und damit über den heutigen Stand der Technik hinausgeht.
Im Fokus steht die modulare, monolithische Holzbauweise, bei der Tragwerk, Bauphysik und Technik systemisch zusammenwirken. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Systemstatik für mehrgeschossige Gebäude, die Untersuchung des Materialverhaltens von Holzwerkstoffen unter realen Bedingungen sowie neue Ansätze im Brandschutz, etwa durch die Nutzung des natürlichen Pyrolyse-Effekts.
Ein zentraler Bestandteil ist die bauphysikalische Validierung im Realbetrieb. In einem 4-geschossigen Testgebäude auf dem Firmengelände erfassen über 80 Messmodule kontinuierlich Daten zu Feuchte, Temperatur, Luftqualität und Schall. Eigens entwickelte Messmodule und Softwareprogramme wertet diese Daten aus und macht das Verhalten der Konstruktion transparent und nachvollziehbar.
Parallel dazu wird ein innovativer Ansatz zum Feuchtemanagement ohne klassische Dampfsperre untersucht, bei dem die natürlichen hygroskopischen Eigenschaften des Materials gezielt genutzt werden. Gleichzeitig treiben wir die Digitalisierung der gesamten Prozesskette voran, von der Planung über die Fertigung, die Logistik bis zur Montage.
Ziel ist es, eine Bauweise zu entwickeln, die nicht nur technisch funktioniert, sondern auch reproduzierbar, anpassbar und für die Umsetzung durch regionale Handwerksbetriebe geeignet ist, bis hin zur Skalierung in ein Franchisesystem.